Ballonfahren

Erlebter Individualismus, das Gefühl völlig frei zu sein - das ist Ballonfahren, eine der schönsten Arten, Flugsport zu betreiben. Jeder Betrachter ist von der schwebenden Riesenkugel fasziniert, die gemächlich ihren Weg durch den Ozean der Lüfte zieht. Kaum jemand, der nicht sehnsüchtig einem Ballon nachschaut, Aber auch für die Insassen des Ballonkorbes tut sich eine neue Welt auf: das Schweben über den Dingen, das Dahingleiten in der offenen Gondel mit freiem Blick nach allen Seiten, die geringe Geschwindigkeit - all das ist bei keiner anderen Form des Fliegens so hautnah zu erleben. Und noch eins macht Ballonfahren zu einem der interessantesten Abenteuer unserer Zeit: ein Ballon ist und bleibt weitgehend unlenkbar und das Ziel jeder Fahrt bestimmt einzig und allein der Wind.

Ballonfahren als Stresstherapie
Etwas körperliche Arbeit beim Aufrüsten, die Entspannung während der Fahrt und das Bewusstsein, nur über wenig technische Hilfsmittel zu verfügen, um den Kräften der Natur trotzen zu können. Wenn man hierzulande vom Ballonfahren spricht, denkt man zuerst an den Heißluftballon, der um wenige Tage älteren Art des Ballons. Die einstigen Papierballons der Gebrüder Monigolfier, geheizt mit feuchtem Stroh, sind ausgereiften und technisch hochstehenden Systemen gewichen Leichte und belastungsfähige Kunststoffe erlauben den Bau immer größerer und ausgefallener Ballons. Volumina um die 4000 m3 sind ebenso wie Speciai Shapes keine Seltenheit mehr. Ausgeklügelte Brenner nutzen das Propangas optimal und erlauben somit längere und vergleichsweise kostengünstige Fahrten

Aber auch den Gasballon, der wirklich absolut lautlos ist, gibt es noch. Drei davon allein in Österreich, die allerdings der hohe Preis des Wasserstoffs meist im Hangar ruhen läßt. Lediglich bei Sportfahrten, wie dem bereits dreimal in Österreich abgehaltenen "Gordon Bennett"-Rennen, kommen sie zum Einsatz. Extrem lange Fahrten bis über die magische 1000km-Marke sind dabei durchaus möglich. Und wenn Wasserstoff wirklich der Energieträger der Zukunft wird, so könnte das vielleicht einmal in dieser Sparte einen ähnlichen Boom auslösen, wie ihn heute die "heißen Öfen` erleben.

Die Ausbildung
Die ersten Fahrten werden mit einem Lehrer, später dann alleine unter Lehreraufsicht durchgeführt. Neben der Fahrtpraxis für den "Alltag" wird vor allem das Verhalten in Notsituationen gelernt und geübt. Praxisnahen Unterricht für die theoretische Ausbildung erteilt Dein Verein in den Fächern: Ballonkunde, Fahrpraxis, Luftrecht, Meteorologie, Geografie. Die Prüfung: Zur praktischen Prüfung ist man nach Ablegung der theoretischen Prüfung zugelassen und benötigt mindestens 10 Fahrten.

Weitere Ausbildungsmöglichkeiten: Gasballon, Funksprechzeugnis

Ballonfahren als Sport
Das Prinzip "leichter als Luft` in der Fliegerei also Fliegen mit aerostatischem statt aerodynamischen Auftrieb wird also auch in Zukunft seinen Platz im Flugsport haben und die sportlichen Leistungen werden immer höher, je perfekter die Gerate werden. Europa und Weltmeisterschaften, die in Österreich durchgeführt wurden, zeugen vom hohen Organisationsstand hierzulande und die Tatsache, dass es gerade Österreicher sind, die im internationalen Spitzenfeld mit dabei sind, beweist auch den hohen Standard unserer Piloten.

Die sportlichen Höchstleistungen stellen an das Können und die körperliche und psychische Belastbarkeit des Piloten enorme Anforderungen. Wettbewerbe für Spitzenkönner sind eine Sache, Nachwuchsbewerbe, die die Jungpiloten an die Leistungen und das Können der großen Stars heranführen sollen, eine andere und nicht zuletzt das Ballonfahren "Just for tun'' eine dritte. Ein Sport also, wo jeder sich genau seinen Standard aussuchen kann, auf jeden Fall aber ein Erlebnis für Ballonfahrer und Zuschauer.

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