Geschichte


1948 wurde auf Anregung von den Villacher Segelfliegern (DI Heinz Zitta) der erste Kärntner Flugsportverband gegründet. Dem Statut der Besatzungsmacht entsprechend wurde er Kärntner Modellbau-Club genannt. In weiterer Folge war diese Gruppe von Villacher und Klagenfurter Fliegern maßgeblich an der Gründung des österreichischen Aeroclubs 1949 in Salzburg beteiligt. Ursprünglich also mit dem Titel „Kärntner Modellbau-Club“ wurde er zum „Kärntner Flugsport-Verband“, dieser zum „Österreichischen Aero-Club und Segelfliegerverband, Landesverband Kärnten“ und schließlich laut Beschluss der Generalversammlung vom 16. März 1958 „Österreichischer Aero-Club, Landesverband Kärnten“.

Der Landesverband Kärnten hat seit der Gründung des ÖAEC durch Anregungen und begründete Forderungen sowie durch maßgebliche Funktionäre entscheidend zu seiner Entwicklung beigetragen. Es ist unmöglich, in dieser kurzen Zusammenfassung all die Namen zu nennen, die in den letzten 50 Jahren engagiert, hilfsbereit und tüchtig für unseren Landesverband gearbeitet haben. Die entscheidenden Impulse sind immer von Einzelnen oder von kleinen Gruppen Gleichgesinnter, die sich in Vereine zusammengeschlossen haben, ausgegangen. Noch vor Abschluss des Staatsvertrages wurde unter Aufsicht der Besatzungsmacht mit dem Segelflug und später mit dem Motorflug begonnen. In der Folge wurden die einzelnen Sektionen gegründet.

Unter Einsatz aller Kräfte und unter Einbeziehung aller möglichen Verbindungen, Mittel und Beziehungen haben die Vereine FSV Ferlach, FSV Feldkirchen-Ossiacher See, FSV Friesach-Hirt, FSV Nötsch und FSV Wolfsberg Flugplätze gebaut. Modell-Flugplätze – im wahrsten Sinne des Wortes – wurden im ganzen Land von den Modell-Baugruppen errichtet. Hänge- und Paragleiter errichteten Ausbildungs- und Übungsanlagen. Außerdem wurde 1997 ein Ultra-Light-Flugplatz (Mairist) neu gebaut und zugelassen.


Der Landesverband Kärnten des Österreichischen Aeroclub betreut heute Flugsportler in den Sektionen Ballonfahren, Fallschirmspringen, Hänge- und Paragleiten, Modellflug, Motorflug und Segelflug mit mehr als 1.470 Mitgliedern in 49 Vereinen. Man sollte aber nie vergessen, dass es im Wesentlichen die gut geführten Vereine mit engagierten Funktionären sind, die den Flugbegeisterten die Möglichkeit geben, Fliegen zu lernen und den Flugsport mit erschwinglichen Mitteln auszuüben.

 

 

 

 

In den früheren 50er-Jahren, noch unter der Besatzungsmacht machten sich Idealisten daran, einen bescheidenen Motorflug-Sport aufzubauen. Nur durch viele Bemühungen und gute Kontakte zur Besatzungsmacht war es möglich, 1953 eine italienische Sportmaschine nach Klagenfurt zu bringen, mit welcher die ersten Motorflüge durch Kärntner Piloten nach dem Krieg durchgeführt werden konnten. In Zusammenarbeit mit den italienischen Sportfliegern ist es gelungen, erste Flugscheine in Italien zu erwerben, die später auf österreichische Lizenz umgeschrieben wurden.

Seit 1956 wurden von den Kärntner Vereinen eigene Flugzeuge angeschafft und mit Unterstützung der Motorflug-Sektion des Österreichischen Aero-Club wurde die Ausrüstung und Fluggerät laufend verbessert und erweitert. Heute finden wir neben dem Flughafen Klagenfurt die Flugplätze Feldkirchen-Ossiacher See, Ferlach-Glainach, Friesach-Hirt, Arnoldstein-Nötsch und Wolfsberg, die mit viel Idealismus, Liebe zum Hobby und vielen Freizeitopfern zu echten Schmuckstücken geworden sind.

Zum Aufbau des Flugsportes gehörte auch, dass sich entsprechende Ausbildungsstätten etabliert haben. Von den einfachsten Anfängen haben sich diese Stätten soweit entwickelt, dass in Kärnten nunmehr alle Ausbildungen bis zum Instrumentenflug, Berufspilotenlizenz und auch der Hubschrauberschein erworben werden können. Die Berechtigungen werden nicht nur für das Hobby genutzt sondern auch für sportliche Wettkämpfe und geschäftliche Zwecke eingesetzt. Einige der in Kärnten ausgebildeten Piloten haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und sind mittlerweile bei den renommierten Fluglinien als Kapitän in verantwortungsvoller Position.

Auch bei nationalen und internationalen Wettkämpfen haben Kärntner Piloten immer wieder ihr Können bewiesen. So wurden viele Staatsmeistertitel nach Kärnten gebracht. Auch ein stolzer 3. Platz (Dr. Huber) bei der Mannschaftswertung der „1. World Airgames“ steht zu Buche. Kärntner Idealisten sind als Sportkommissare in ganz Österreich tätig. Es ist das Bestreben der Sektion Motorflug, im Landesverband Kärnten auch in Zukunft alle Kraft dafür einzusetzen, dass der Flugsport weiter im Aufwind bleibt und dass die Bedingungen für Funktionäre und Piloten eine gedeihliche Entwicklung nehmen. Nur wer viel fliegt, wird das auch sicher können.

Der Flugsport in Vereinen begann in Kärnten nach dem Krieg 1949 mit dem Modellflugsport. Im ganzen Land wurden Modellflugplätze errichtet, nationale und internationale Veranstaltungen ausgerichtet, die nicht nur qualitativ hochstehenden Flugsport boten sondern auch die Jugend mit dem Flugsport bekanntmachten. Es sollen nur einige von diesen Veranstaltungen hervorgehoben werden: die Staatsmeisterschaften in allen Klassen, das Burgfliegen in Hochosterwitz und Finkenstein und das Eisfliegen in Feld am See.

Besondere Erwähnung müssen aber auch die Weltmeisterschaften in Nötsch und Velden finden. 46 Nationen – die Weltelite der Modellflieger – trafen sich zum friedlichen Wettstreit. Unser schönes Land bot die Kulisse und unsere Flugsportler waren großzügige Gastgeber. Dass unser mehrfacher Welt- und Europameister Hanno Prettner hier erneut Weltmeister wurde, krönte diese Veranstaltung. Es würde in diesem Rahmen zu weit führen, alle Staatsmeister und Teilnehmer an Europa- und Weltmeisterschaften aus Kärnten zu erwähnen, stellvertretend als Ansporn für die Jugend sei aber Frau Brigitte Truppe genannt, die bei der Jugendweltmeisterschaft für Freiflugmodelle in Rumänien 1998 einen ausgezeichneten dritten Platz erringen konnte. Wenn heute mehr als ein Drittel der Kärntner Flugsportler im Modellflug tätig sind, so zeigt das, welche Bedeutung der Modellflug für unseren Flugsport hat. Besonders zu danken ist jenen ehrenamtlichen Funktionären, die durch ihre Arbeit der Jugend und den Senioren erst die Möglichkeit bieten, diesen Sport auszuüben.

1980 wurde der 1. Kärntner Ballonfahrer-Verein von den Brüdern Martin und Hubert Kusternigg aus der Taufe gehoben. Das Ziel war das fliegerische Erlebnis und das Ballonfahren in Kärnten bekannt zu machen. Martin Kusternigg war der erste Ballonfahrer in Kärnten, der seinen Pilotenschein – richtig Ballonfahrerschein – im Jahre 1968 für Gasballone in Augsburg (BRD) erwarb. Heute hat man aus Kostengründen das Gas durch heiße Luft ersetzt, da Gasfüllungen viel zu teuer und in technischer Hinsicht auch viel aufwendiger sind.

Wie in allen anderen Luftsportarten werden auch hier Meisterschaften, beispielsweise in Form von Weit- oder Zielfahrten, ausgetragen. Siegespokale aus ganz Europa und ein dritter Platz bei den österreichischen Staatsmeisterschaften konnten nach Kärnten gebracht werden. Jedes Jahr wird von unserem Verein eine internationale Wettfahrt organisiert und wir können Teilnehmer aus ganz Europa bei uns in Kärnten willkommen heißen.

Viele von uns haben sicher schon einmal das farbenprächtige Bild der Ballone am Himmel bewundern können. Die Werbewirksamkeit der Ballone kann man bei allen größeren Veranstaltungen bemerken. Und wer genauer hinsieht kann oft auch unseren Kärnten-Ballon sehen. So sind wir in allen Teilen unseres Kontinents als Werber für unser schönes Kärnten unterwegs.

Das stille Abenteuer „Segelfliegen“ faszinierte schon seit jeher die Menschen. Bereits im Jahre 1914 wurden erste Flugversuche von Graf Kevenhüller bei der Burg Hochosterwitz durchgeführt. 1927 gründete der Villacher Ingenieur Cechner mit zwölf Flugbegeisterten den ersten Segelflugverein in Kärnten. Im selben Jahr wurde auch der „Flugtechnische Verein Klagenfurt“ unter Kommerzialrat Trenkwitz gegründet. Mit dem erstgebauten Schulgleiter flog man 1929 von der Gerlitzenkuppe bis zur Berger-Hütte. Einige Jahre später erhielten die ersten Kärntner Piloten ihre „A-Ausweise“. Für einen Segelflug vom Gerlitzen-Gipfel bis Warmbad erhielt 1935 der Villacher Hannes Schönherr die „Sportliche C“. Streckenflüge bis Völkermarkt, Dauerflüge bis 3,45 Stunden und Höhenflüge bis 2.700 m folgten. Nach dem zweiten Weltkrieg verbot die alliierte Kontroll-Kommission den Flugsport. Sämtliche Flugzeuge wurden zerstört und verbrannt.

1948 wurde eine Modellfluggruppe in Villach und eine in Klagenfurt gegründet und ein Jahr später dann die ersten Segelflugvereine. Daraus entstanden folgende Gruppen, die bis dato dem Segelflugsport frönen: Flugsportclub Althofen-Friesach-Hirt, Kärntner Luftfahrerverband Wolfsberg, Kärntner Segelfliegerverband Klagenfurt, Flugsportclub Ferlach, ASVK Flugsportgruppe St. Paul, Flugsportverein Arnoldstein-Nötsch, Flugsportverein Feldkirchen-Ossiacher See, Klagenfurter Flugsportclub und die Segelfliegergruppe Villach.

Flugplätze wurden gebaut, vergrößert und leider auch wieder aufgelassen. Im Wettbewerbsfliegen sind und waren Kärntner Piloten stets im Spitzenfeld platziert. Dkfm. Ulbing und Dr. Falkensammer nahmen je zwei Mal an Weltmeisterschaften im Streckensegelflug teil und konnten diese mit guten Erfolgen beenden. Flog man seinerzeit mit einem Grunau-Baby mit eintausend Höhenmetern eine Strecke von 15 Kilometern, so schafft man mit den heutigen Segelflugzeugen aus gleicher Höhe mehr als 60 Kilometer. Streckenflüge bis knapp 1.000 Kilometer wurden von Kärntner Piloten geflogen.

Ein bereits zur Tradition gewordener Wettbewerb, der „Alpe-Adria-Segelflugcup“ wird alljährlich von der Sektion Segelflug in Kärnten veranstaltet. Dieser Wettbewerb versammelt Piloten aus der Alpen-Adria-Region und aus Deutschland, die sich an anspruchsvollen Aufgaben messen. Gesellschaftliche Veranstaltungen der einzelnen Vereine wie Tage der offenen Tür oder Hangarfeste pflegen das gute Verhältnis zur Bevölkerung. Durch den unermüdlichen Einsatz der einzelnen Vereinsobmänner und Funktionäre ist es möglich, dass ca. 500 Segelflieger in Kärnten diesen Sport aktiv ausüben. Bleibt zu hoffen, dass unser Sport auch in Zukunft eine anspruchsvolle, sportliche Herausforderung, nicht zuletzt auch für die Jugend, bleibt und dass das Segelfliegen über den Alpen auch für sie zum größten Erlebnis wird.

Fallschirmspringen – der Traum frei zu Fliegen – wurde in Klagenfurt Wirklichkeit. Am 17. September 1961 sprang zum ersten Mal ein Fallschirmsportler über Klagenfurt aus 600 Meter Höhe ab. Die Sektion Fallschirmspringen in Kärnten gibt es bereits seit 1960, die Ausbildung konnte von 1960 bis 1963 jedoch nur in Graz absolviert werden. Erst ab 1963 gab es den ersten Kärntner Fallschirmsprunglehrer. Die Ausbildung zum Fallschirmsportler konnte nur über den Titel „Alpiner Rettungsdienst“ durchgeführt werden. In November 1964 erfolgte die Gründung des 1. KFSC durch Herrn Walter Mayritsch auf Initiative des Herrn Dr. Santler, da bis zu diesem Zeitpunkt das Fallschirmspringen nur eine Sektion des Klagenfurter Flugsportclubs war. Bereits 1969 konnte ein Rekordmitgliederstand von über 50 Fallschirmspringern verzeichnet werden. In den darauffolgenden Jahren wurden die Klagenfurter Fallschirmsportler vorwiegend zu Einsatzsprüngen im Rahmen der Bergrettung eingesetzt. Dabei wurden Absprünge aus geringen Höhen, unter 400 Meter, im unwegsamen Gelände absolviert. Durch Ihre wagemutigen Absprünge machten sich die Kärntner Fallschirmspringer in der internationalen Fachwelt einen Namen.

Die Sternstunde des 1. KFSC 1975 war, endlich ein klubeigenes Absetzflugzeug zu haben, nachdem man jahrelang vom Charterbetrieb abhängig war. Die ständig steigende Anzahl der Absprünge und die konsequente Vereinsentwicklung machte es möglich, eine Cessna 175 anzukaufen. Durch die rapide Weiterentwicklung im Fallschirmsport wurde im Jahre 1978 der Rundkappenfallschirm durch den Flächenfallschirm abgelöst. Der Flächenfallschirm revolutionierte den Fallschirmsport. Zentimetergenaue Landungen waren von nun ab möglich. Und durch den persönlichen und finanziellen Einsatz jedes einzelnen Clubmitgliedes war es möglich, im Jahre 1991 ein noch komfortableres Absetzflugzeug, eine Cessna 182, anzuschaffen. Die Trainingsmöglichkeiten wurden damit gesteigert. Diese optimalen Bedingungen nutzten die Clubmitglieder, denn die Wettbewerbserfolge bei nationalen und internationalen Bewerben sprechen für sich. 3. Platz bei den „1. World-Air-Games“ im Zielspringen, 1. Platz bei den Para-Ski-Weltmeisterschaften, mehrere 1. Plätze bei den österreichischen Staatsmeisterschaften, 5. Platz bei den Relativstaatsmeisterschaften.

Der 1. KFSC ist mit dem derzeit bestehenden Equipment eines der modernsten Ausbildungszentren in Österreich. Dem Fallschirmsportinteressierten stehen Tandemlehrer, Fallschirmsprunglehrer sowie Ausbildungsmaterial, das dem letzten technischen Standard entspricht, zur Verfügung.

Seit 1968 gibt es Paragleiten als Sport. Lautlos schweben sie dahin, wie Vögel. 1992 wurde die Kärntner Flugschule vom damaligen Sport- und Gesundheitsminister eröffnet. Heute ist Herr Dr. Ausserwinkler selbst begeisterter Paragleiter. Seit der Eröffnung hat sich der Flugbetrieb verzehnfacht. Dies nicht zuletzt dank der idyllischen Lage auf der 1.991 m hohen Gerlitzen am Ossiacher See. Für viele ausländische Piloten ist das Berg-See-Panorama eine Attraktion und so kommt es nicht selten vor, dass an schönen Tagen bis zu 500 Starts am Tag stattfinden.

1995 wurde auch auf der Emberger Alm die Flugschule zugelassen. Vor allem aber ist die Alm Austragungsort für internationale Bewerbe, Kärntner und Europameisterschaften. Europaweit gilt dieses Gebiet auch als eines der besten Streckenfluggebiete und an Spitzentagen gleiten oft bis zu 300 gleichzeitig fast lautlos durch die Lüfte. Strecken bis zu 200 km sind da keine Seltenheit.

Margit Grabner, Chefin und Fluglehrerin, freut sich über diesen Aufstieg und besonders darüber, dass die Gerlitzen weit über Österreich hinaus bekannt und beliebt ist.

Schon 10 Jahre bevor Paragleiten als Sport bekannt wurde, gab es die Drachenflieger. Ihre Startplätze sind auch auf der Gerlitzen, am Singerberg, auf dem Radsberg und auch auf der Emberger Alm. Seit Gründung der Flugschule 1978 wurden insgesamt 4 Schulgleiter angeschafft, die den ca. 70 Vereinsmitgliedern zur Verfügung stehen und den Neulingen für ihre ersten Erfahrungen dienen.

 

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